Als Italo Dance die Clubs beherrschte
Sagen dir Nachtschicht, Millenium, Baby‘O, Funfactory oder die Krypta noch etwas? Erinnerst du dich an Buffalos, Schlaghosen und enge Shirts – und hast du damals auch den einen oder anderen Gummibärli getrunken?
Dann ist dir bestimmt so manche heiße Clubnacht mit „Italo“ in Erinnerung geblieben – und vielleicht sogar die eine oder andere Melodie von codeRED, sei es Foxy Lady, Waiting oder ABC.
Wenn dir das alles gar nichts sagt, dann hast du damals entweder etwas zu hart gefeiert – oder du gehörst zu einer neuen Generation, die gerade eine musikalische Zeitkapsel entdeckt. Kultiger Italo Dance, der Anfang der 2000er die Diskotheken eroberte und vielleicht auch dich schon nach den ersten Takten nicht mehr loslässt.
25 Years And 7 Days Later
Das Timing hätte damals kaum besser sein können. Eiffel 65 hatten gerade gezeigt, wie futuristisch Pop aus Italien klingen konnte: Vocoder-Stimmen, Auto-Tune, elektronische Beats und jede Menge synthetische Euphorie. Musik wie aus einer anderen Zukunft.
Genau in diesem Sog entstand „Waiting“. Stephan Sutor und Wojtek Grzymała schrieben den Song als Hymne für die Nightline YouthDays. Veröffentlicht wurde er in Zusammenarbeit mit TrakMusic noch unter dem Pseudonym Massimo Varigotti.
Kurz darauf folgte „Foxy Lady“ – das erste selbst produzierte Werk von codeRED. Die Veröffentlichung auf SubZero Records gelang nicht zuletzt dank Thomas „Max Morris“ Dolina, dem dritten Mitglied von codeRED und dem Mann, der aus Ideen oft den nächsten Schritt machte.
Nach „Foxy Lady“ standen mit „Take Control“, basierend auf einer Melodie von Harald Raberger, und „ABC“ bereits die nächsten Tracks bereit. Doch bei den Labels sprang der Funke zunächst nicht über.
Erst eine komplette Überarbeitung von „ABC“ öffnete erneut die Tür zu SubZero Records. Dafür entwarf codeRED auch das bis heute ikonische Manga-Cover mit der strengen Lehrerin, die offensichtlich das Alphabet unterrichtet. Der Track schaffte es in die DJ Charts Austria und wenig später in die Ö3 Top 40.
Trotzdem blieb codeRED weniger ein klassisches Chart-Projekt als eine Studioleidenschaft. Im Mittelpunkt standen stets Sound, Vocals, Arrangements und Mixe – oft mit mehr Liebe zum Detail als zum schnellen nächsten Release.
So blieben Songs wie „Suzanne“, „Love Rocket“ und „Incredible Love“ unvollendet auf Festplatten liegen, weil die Zeit fehlte, sie fertigzustellen. Dort wären sie wohl auch geblieben – hätte nicht 20 Jahre später ein Anruf von Bellydance-Pionier und Mentor Emad Sayyah alles wieder ins Rollen gebracht.
Gemeinsam entstanden neue Songs, alte Ideen wurden wiederentdeckt, und mit „Tagada“ ist auch einer seiner Titel im neuen Italo-Gewand zu hören. Bei den weiteren Mischungen brachte Lisa Piglmann, Emads langjährige Tonassistentin, ihre Erfahrung ein. Auch wenn Emad Sayyah die Veröffentlichung nicht mehr erleben durfte, bleibt sein Geist auf diesem Album spürbar.
Die Macher
Hinter codeRED stehen Stephan Sutor und Wojtek Grzymała. Kennengelernt haben sich die beiden auf ziemlich ungewöhnliche Weise: bei einem Fotoshooting für eine „Wendy“-Fotolovestory!
In den Drehpausen wurde allerdings schnell klar, dass sie mehr verband als Pferde, Kameras und dramatische Blicke: ihre gemeinsame Leidenschaft für Musik.
Also wurde gefachsimpelt, von Sounds geschwärmt und irgendwann war die Sache klar: Die beiden mussten zusammen ein Projekt starten.
Die codeRED Homepage ca. 2005.
Wall of Memories
Und wenn dir gefällt, was du hier entdeckst, freuen wir uns über einen Eintrag in unserer Wall of Memories – einem kleinen Relikt aus den Anfangstagen des Internets, das wir ganz bewusst am Leben erhalten. Damals gehörte ein Gästebuch schließlich auf fast jede Homepage.
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